Bau eines Linothorax

Der Bau eines Linothorax erscheint in der Grundlage einfach, die Details können jedoch Probleme bedeuten.

Das Material

  • große Pappe / Gips
  • Leinen gemäß den Körpermaßen
  • Klebstoff, authentisch wären Kleber wie Knochenleim, wasserfestes Ponal erfüllt * aber auch den Zweck
  • Pinsel zum Auftragen
  • sehr scharfes Messer
  • gute Schere
  • geeignete Knöpfe oder Broschen
  • reißfeste Lederriemen

1. Schritt: Maßgeblich

Zuerst braucht man ein Modell, nach dem man arbeiten kann. Sie haben die Wahl ob Sie von ihrem Oberkörper einen stabilen Gipsabdruck anfertigen oder eine Schablone ihres fertigen Linothorax aus Pappe schneiden. Im ersten Fall sollten Sie entweder ein altes Unterhemd tragen während Sie Gips auftragen oder sich den Oberkörper rasieren, das vermeidet beim abnehmen des getrockneten Gipses unnötiges ziepen.

Im zweiten Fall, legen Sie die Pappe um ihren Körper, schneiden Sie sich Aussparungen unter den Armen und Brust und Rückenteil so hoch, dass Sie sich darin noch bewegen können und nichts unangenehm „absteht“, dabei aber nicht zu viel ihres Körpers frei lässt. Vor der Brust kann dabei die Schablone auch gerne ein wenig zusammenlaufen, wenn Sie dies die Arme besser bewegen lässt.

Denken Sie auch an die Pteryges am unteren Ende. Sie sollten auf oder kurz über der Hüfte beginnen, so dass ihr Schritt nicht behindert wird. Sie sollten auch lang genug sein, wenigstens einen Teil ihrer Oberschenkel zu bedecken. Sie schließen den Schutz auf der Seite, welche bleibt ihnen überlassen, einige Abbildungen zeigen jedoch sich rüstende Krieger die dies auf der linken, also auf der Schildseite tun, und dies ergibt durchaus Sinn, denn diese wird auch am ehesten gedeckt sein.

Gesondert anfertigen werden Sie den Schulterteil. Diesen können Sie entweder versuchen an zunähen, was Sie eine Menge harter Arbeit kosten wird, oder an zukleben. Wichtig hierbei ist, das Sie beim messen der Abstände für beide Schulterklappen deutlich Platz für ihren Hals lassen, damit dieser nicht daran scheuert. Mein Linothroax wurde aus diesem Grund mit schräg verlaufenden Schulterklappen versehen. Die Schulterstücke werden entweder mitten auf der Brust mit einem Knopf oder etwa auf Höhe der Brustwarzen mit zwei Knöpfen festgemacht, versuchen Sie also eine entsprechende Länge zu erreichen. Um den Nackenbereich zu schützen schneiden Sie auch eine kleine „Klappe“ mit ein, die am Genick hochsteht.

Nun können Sie etwa ausmessen, wie viel Leinen Sie benötigen. Zwölf Schichten Leinen werden Sie wenigstens benötigen, es sollten aber nicht mehr als 16 werden, da hier der Härtegrad unpraktisch wird.

2. Schritt: Zum Kern der Sache

Nun fertigen Sie auf der Schablone das Brustteil an, indem Sie die erste Schicht zurecht schneiden, und die zweite darauf kleben.

Achten Sie dabei und beim folgenden Kleben auf ein paar Grundregeln: Schneiden Sie ein, was Sie brauchen, bei jeder Schicht. Haben Sie mehrere Schichten verleimt, kann Sie dies viel Arbeit, Kraft und Scheren / Messerklingen kosten. Stechen Sie auch die Löcher für spätere Näharbeiten (Knöpfe, Riemen, Rückenteil) vor. Lassen Sie einen guten Teil des Leinens an den Rändern überstehen, den Sie umklappen, versuchen Sie dies auch bei den Pteryges einzuhalten, damit deren Kerne hinterher nicht bloß liegen.

Versuchen Sie die Webrichtung ihres Leinens zu erkennen. Ähnlich wie bei Holzbrettern sollten Sie versuchen wenigstens hin und wieder deren Richtung in Relation zum bereits fertigen Teil zu ändern. Dies garantiert erhöhten Widerstand. Sollten Sie vorhaben, die Flanke mit Schuppen zusätzlich zu panzern oder ihr Schmuckstück zu besticken, tun Sie dies bevor Sie die bestickte, letzte Schicht aufkleben. Bei den Schuppen sollten Sie vielleicht sogar zwei Schichten vorbereiten, damit diese nicht ausreißen. Schneiden Sie, je nach Wahl ihrer Darstellung, eine oder zwei Reihen Pteryges.

3. Letzte Hand anlegen

Fast fertig müsste das gute Stück sein. Bevor Sie das Rückenteil ankleben oder annähen sollten Sie die Ränder mit einer gesonderten Schicht Leinen oder Leder absetzen und verstärken. Lassen Sie hier ruhig modische Bedenken walten. Auch, falls Sie die letzte Schicht aufgeklebt haben aber nicht bestickten, können Sie mittels Druckerei (bspw. Kartoffeldruck) noch immer wunderbare Verzierungen authentisch hinzufügen. Haben Sie alle Löcher, Knöpfe, Verzierungen und Ränder angebracht (auch am Rückenteil) können Sie dieses anbringen. Seien Sie gewissenhaft, es muss genau passen, sonst laufen Sie Gefahr das es scheuert oder einseitig belastet.

Haben Sie all diese Schritte erledigt und alles beachtet sollten Sie eigentlich einen formschönen, strapazierfähigen und weitestgehend authentischen Oberkörperschutz besitzen.

Wer glaubt, es muss immer weiß sein, liegt nicht ganz richtig, die Darstellungen weisen mittlerweile wirkliche knallige Farbreste auf. Viel Erfolg und viel Spaß!